Sechster Teil
In welchem von dem Werke der
Dämonen berichtet wird und wie
ihm der wahre Gläubige zu begegnen
hat.
 


1. So traten denn die Dämonen in
vielfältiger Gestalt dahin, posierten vor den Menschen, Elfen und Zwergen und niemand erkannte sie. Sie fuhren hinein in die Körper der Unwissenden, mißbrauchten sie und die Unwissenden mußten dafür sterben.

2. Groß warten die Unbillen, die zu
erdulden waren. Da trat ein Avatar Ultors schließlich vor die Kirchensynode und sprach mit lauter Stimme. Sodann wurde die Gründung des Ordens der Inquisitorii befohlen, der sich ausschließlich mit der
Verfolgung und Aufspührung der
dämonischen oder hexerischen Brut
verpflichtet hatte.


3. Und solcherart war das Wesen dieses Ordens, das sie separiert arbeiteten und in spirituellen Dingen nur der Synode selbst unterstanden. Jedoch sollte es jedem Priester Ultors möglich sein, die
Inquisitorii um Hilfe anzurufen.


4. Auch dürfte jeder diesem Orden beitreten, der dazu berufen wurde, mag er nun vom Orden der Reinigenden Flamme oder des Reinigenden Blutes oder einem anderen
hervorgegangen sein.

5. Die Macht der Inquisitorii liegt nun darin, profundes Wissen zu sammeln und in Prozessen gegen die Dämonen zu verwenden. Auch sei ein Urteilsspruch des Ordens von allen zu akzeptieren und darf nicht angefochten werden, es sei denn von
einem Inquisitor selbst.


6. So ward also die Brut der Dämonen dezimiert. Das heilige Ritual des Exorzismus bewahrte viele vor Tod und Verderben.


7. Brennen sollen jedoch all jene ohne
Unterlaß am Himmel, welche die Brut mit freiem Willen in ihrem Geiste willkommen heißen.
Möge Ultor sie richten!

Erste Frage:
Wie man einem Dämon in
wahrer Gestalt erkennt und wie
man ihm zu begegnen hat.


8. In wahrer Gestalt zeigt sich der Dämon meist in verzerrtem, menschlichem Äußeren. Allzu leicht läßt er sich erkennen: Mögen ihn nun Schwingen, Hörner, Klauen, Reißzähne, ein Schweif,
Bocksfüße oder ein lästerlicher Geruch zu Gebote stehen.


9. Im Kampfe aber bedient der Gläubige sich der Wunder Ultors, diesem Feinde zu begegnen.


10. Das Mittel der Magie sei nur zu wählen, wenn der Dämon dem Priester und seinen Brüdern gar über ist.

11. Doch muß der Dämon in seiner wahren Gestalt auf jeden Falle vernichtet und wieder in den Orkus geschickt werden. Solche Lästerlichkeit kann von Ultor
nicht geduldet werden.

Zweite Frage:
Wie man einen Dämon in
sterblicher Hülle, also
Besessenheit erkennt.


12. Im Allgemeinen fallen solcherart
heimgesuchte Wesen durch ihr verändertes Benehmen auf. Jeder Priester sollte gewissenhaft prüfen, wenn ihm von einem krankhaften Benehmen berichtet wird, ob ein Dämon zugange ist.


13. Dies mag sich nur in Worten äußern, die der Betreffende von sich gibt. Meist jedoch verfolgt der Dämon ein Ziel, er wird also tätlich. Dies hat, wie schon oft vorgekommen, meist zu gräßlichen Morden und Perversionen geführt.


14. Um also die verderblichen Ziele dessen, der nicht genannt wird zu verfolgen, ergehen die Dämonen sich in allerlei schändlichen Missetaten.


15. Absolute Gewißheit allerdings mag ein Segen Ultors versprechen, der über die solcherart Besessenen gesprochen wird.


16. Auch die Berührung mit dem heiligen Symbol läßt Dämonen zurückschrecken und so manches mal Verbrennungen an jener unheiligen Kreatur zurück.


17. Nun kann der wissende Priester
ebenfalls eine Beichte vollführen, unter deren Zwang ein jeder die Wahrheit sagen muß. Doch Vorsicht, mancher Dämon ist sogar gegen solche Mächte gefeit und
schweiget darauf.
Dritte Frage:
Wo geklärt wird, welche Wege
zu dämonischer Besessenheit
führen und wo Milde und wo
Strenge zu walten hat.


18. So sei gesagt, das nicht alle Besessenen die dämonischen Kräfte willentlich willkommen heißen.


19. So der Unwissende oder gar Gläubige gezwungen wird durch die Diener des Chaos, kann ein Dämon in ihn heineingepreßt werden. Der solcherart Mißbrauchte ist fürderhin nicht mehr Herr seines Willens und der Dämon beherrscht seinen Körper. Sollte der Dämon aus diesem Körper herausgetrieben, sprich exorziert werden, so mag der Besessene
hernach ein normales Leben führen.

20. Die schlimmsten Unbillen jedoch
verbreiten jene, die Dämonen rufen und ihren Körper als Hülle darbieten. Dies sind freilich die schlimmsten Fälle, da davon ausgegangen werden muß, daß der Besessene dem Chaos oder Bösen huldigt.
Aus diesem Grunde sei er auf der Stelle zu läutern.


21. Der dritte und abscheulichste Weg ist der, schleichender Besessenheit. Manchem Dämon ist es möglich, alleine durch Berührung Besitz zu ergreifen. So ist es schon vorgekommen, das ein solcher von
Körper auf Körper sprang, immer auf der Suche nach dem richtigen Opfer. So sei also niemand wahrhaftig gegen solche Abscheulichkeiten gefeit. Doch hier sei ganz genau abzuwägen, ob der Besessene in die erste oder zweite Kategorie fällt.

Vierte Frage:
Welche Mittel der Priester,
also der Inquisitor, zur Wahrheitsfindung
einzusetzen hat.


22. Es kann keine Einschränkung geben, um das Treiben der Brut der Dämonen zu verhindern. So mag dem Dämon so oft als möglich eine Beichte abgenommen werden, um ihn möglichst lange befragen zu können.


23. Hat sich jedoch jeder Verdacht als sicher herausgestellt und dem Inquisitor die Art der Besessenheit klar, (siehe dazu Frage drei), so kommt der letzte Akt der
Befragung.


24. Nach Fall eines bedeutet dies die
Exorzisation.

25. Nach Fall zwei bedeutet dies die Folter des Betreffenden. Dies sei als Strafe und Qual zu verstehen, die der Besessene schon auf Erden abzubüßen hat. Auch Diener des Chaos können dieser Folter unterzogen werden. Am Ende einer Folter kann nur die Läuterung durch die Flammen stehen.